re:publica (wir sind auch) generation mash-up*

So mal ein kleiner Live-Bog-Versuch (mit Nachbearbeitung).
Der Talk zum Thema Mash-Ups mit Tim: Moderation, Goerg: Startup, Bernhard: Free Software, Joachim als Google.
Erstmal die Anfangsfragen: Wer kennt/nutzt Mash-Ups. Die meisten wissen hier, was Mash-Ups sind, aber weniger als die Hälfte wollen und haben schon Mash-Ups gemacht.

Georg erzählt, was Mash-Ups für ihn sind und bedeuten. Tim meint, die Blogosphähre ist ein Mash-Up (Interessante These). Google entwickelt die APIs, um seine Softwareentwicklung in den Griff zu bekommen. [Dann etwas Microsoft-Vista-Bashing: Softwaretechnik von vor 20 Jahren].

Tim fragt: Warum macht Google das Material frei? Bernhard sieht Mash-Ups als Inhalte und Arbeitserleichterungen und aber auch als Bindung/Beeinflussung der Nutzer an die Inhalteanbieter. [Es folgt eine Diskussion darüber, ob Kathrina-Aufnahmen von Google zensiert wurden (Wenn doch die Welt nur so einfach wäre, wie bei dieser Diskussion dargestellt)].

Jetzt mal wieder Fakten von Georg. Es werden erstmal die Anbieter, die da sind, für zusätzliche Dienste genutzt, z.B. Buchsuche über die Amazon API. Flickr wurde durch offene APIs lebendig. Auf jeden Fall bieten APIs Mehrwert für eine Plattform. Einwurf von Tim: Nicht mehr hacken der Communities sondern einfach APIs nutzen.

“Was hat die Freie-Software-Szene von Mash-Ups?” geht als Frage an Bernhard. Fazit: Kommerzielle Interessen laufen den freien Inhalten entgegen. Oder umgekehrt, z.B. genetischer Code ist frei, wird aber kommerziell besser verwertet. Google sagt dazu: Wir sind keine Pfadfinder. Nichts ist frei: Nutzer zahlt nicht, sondern durch Werbung wird bezahlt. [Interessant: So im Beispiel genant. Werbung in den Karten durch Pins.] Georg meint dazu: APIs sind auch Strategien zur Markenbildung. Bernd wird ideologisch: Er bezahlt indirekt mehr, wenn Google frei ist. [Nette Ablenkung durch die SMS-Blasen auf der Leinwand] Joachim/Google glaubt, dass Mash-Ups den Desktop ersetzen werden (Wollen wir das?). Zur Frage von Vertrauen kommt eine Analogie zu Bank, die unser Geld verwaltet. Tim kennt Leute, die Gold kaufen und lagern (das glaube ich).

[Jemand neben mir holt die Diskussion zu den Faken zurück, mit einer Frage an Georg]. Welche APIs muss man kennen und welche werden kommen? Wichtig ist ihm die S3 API, um IT auszulagern. Allgemein ermöglichen APIs, dass andere die Nutzungsmöglichkeiten einer Anwendung erweitern. Es fehlt ihm noch viel Funktionalität für’s Handy. Tim gibt zu Bedenken, dass die Abhängigkeiten durch andere Services zunimmt. Dadurch stellt sich in einer kleinen Diskussion heraus, dass durch Service-Level-Agreements Geld verdient werden will.

[Aus dem Publikum, zurück zur Ideologie]. Banken werden durch öffentliche Behörden überwacht und kontrolliert, Google aber nicht. [Dann wieder zurück zu den Fakten.] Google möchte immer vorne dabei sein, aber de facto Standards bleiben. [Es folgte eine Interessante Formulierung:] Alte Google Web API wird eingestellt, da nicht so genutzt, wie Google sich das gedacht hat. Es folgen Details zum Umgang mit den API Keys. Lizenzgeber wollen wissen, wo das Kartenmaterial genutzt wird, darum Google Maps nicht in Intranets verwendbar. Das Statement ändert sich in: Kartenmaterial darf nicht anonym rausgegeben werden.

Dann stellt Bernhard einige Fragen, um etwas vom Google-Thema wegzukommen: Wie einfach kann man denn nun real zwischen APIs wechseln? Was sind gute Mash-Ups? Wie werden die Mash-Ups finanziert? Lassen sich diese Standardisieren? Georg differenziert zwischen APIs und Formaten, die diese verwenden. Es driftet doch wieder zu Google. Google möchte transportierbaren “elektronischen Schatten” mal anbieten, (nach eigenen Regeln natürlich). Blick in die Zukunft von Google. Programmiersprache für das Web, um Daten und Mash-Ups selbst zu bewegen.

Dann sind die 90 Minuten um. Letzte Worte. Georg freut sich auf Open ID etc. Bernd möchte Antworten. Joachim promoted die bereits ausgebuchten Google Developer Days (Gut das wir heute früh schon gebucht haben).

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2 Responses to “re:publica (wir sind auch) generation mash-up*”

  1. Nico Says:

    Ich frage mich, was Mashups genau sein sollen. Bekanntlich kommt die Revolution einer Technik ja erst, indem sie auch genügend Leute benutzen. Ich habe überlegt, ob ich vielleicht irgend etwas verpasst habe, vielleicht diese eine Technik, die jetzt zur Revolution aufstrebt, das Wort Mashups habe ich zwar hier und da schon einmal gehört aber so genau zuordnen konnte ich es bis jetzt noch nicht, vielleicht kann ich es in diesem Augenblick ja immer noch nicht richtig, aber ich bin ersteinmal zu dem Entschluss gekommen, dass Mashups doch nichts anderes sind als eine Neuumschreibung des Grundprinzips des Internets.

    Das Internet heute wurde ausschließlich für uns entworfen. Es besteht aus einer Menge an Texten, Bildern, Videos, einem Haufen Vielfalt an verschiedenen Informationsquellen, die statisch miteinander verknüpft sind. Manche sagen das heutige Internet sei in manchen Punkten auch dynamisch, ja amazon oder ebay sind durchaus sehr dynamisch aber dennoch statisch. Ich meine, dass Mashups nichts anderes sind als das Zusammensetzen verschiedener Inhalte zu einem neuen Inhalt, indem Inhalte statisch referenziert werden, so wie wir es mit Links schon immer tun oder den statischen Verweis auf Bilder oder Videos im Internet. Es ist das Grundprinzip des Internets, Dokumente miteinander zu verknüpfen und in Beziehung zu stellen und vielleicht daraus auch neue Inhalte zu generieren, die in einem neuen Zusammenhang dargestellt werden. Und wir machen diese Verknüpfungen auch immer per Hand, wir müssen selber entscheiden, ob wir einen link zu amazon in unserer Seite einfügen möchten und einen Service von google maps nutzen wollen. Das Internet ist in diesem Punkt also doch statisch. Ist google maps nicht verfügbar, kann es nicht selber entscheiden, schnell einen anderen Anbieter für uns zu wählen. Das ist auch logisch, denn das Internet kann ja nichteinmal eine einfache HTML-Tabelle semantisch analysieren. Hat einer simple Tabelle Überschriften wie “Vorname” und “Nachname” wissen wir genau was damit gemeint ist, der Rechner kann damit aber nichts anfangen. Wir müssen per Hand neue Inhalte aus bestehen Inhalten zusammefügen. Somit sind Mashups doch nichts anderes als das was wir schon immer getan haben, wenn wir Inhalte für das Internet erzeugen, da es eben das Grundprinzip dessen ist. Neu wird es erst, wenn wir uns im semantischen Web bewegen und das “Internet” in der Lage ist, die statische Verlinkung uns abzunehmen und selber Vorschläge unterbreitet, wie es einen neuen Inhalt aus bestehenden Inhalten komponieren würde.

  2. Thilo Says:

    Also Mashups sind schon mehr als das statische Web mit seinen Links, denn die Anbieter stellen mir keinen Content nur als solchen zur Verfügung, sondern eine Schnittstellen, über die ich mit einem Dienst interagieren kann. Und das in einer Weise wie ich möchte. Gut, dass Ganze im Rahmen der API. Aber, um mal bei einem populären Dienst zu bleiben, GoogleMaps stellt mir Karten zur Verfügung die ich nach meinen Vorstellungen nutzen kann. So kann ich etwas Laufstecken einblenden, oder Fluglinien, oder Sehenswürdigkeiten, oder Epedemieherde oder halt Reiseorte. Diese Dinge sind nicht von vornherrein da, sondern ich generiere sie dynamisch aus entsprechenden Daten. Somit kann von statischem Web keine Rede sein. Und, um mal bei deinem Beispiel von amazon einzugehen, wenn du bei amazon einkaufst, bekommst du auf dich persönlich zugeschnittene Empfehlungen und Angebote. An dieser Stelle ist das Web schon relativ intelligent, wenn auch auf eine bestimmte Domäne beschränkt. Sicher sind wir noch weit vom inteligenten Web entfernt (zumal man sich fragen sollte, ob man ein intelligentes Web möchte. Weil, wo bleibt dann der eigene kreative Umgang mit dem Netz?), doch bieten Mash Ups neue und einfachere Möglichkeiten interessanten Content zu schaffen.

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